OBAG Bautzen

Historie

Die Firmengeschichte der OBAG Hochbau GmbH

OBAG Hochbau GmbH – mit der VEB Hoch-, Ingenieur- und Tiefbau Bautzen ging alles los

Die Entstehungsgeschichte der OBAG Hochbau GmbH beginnt am 01.07.1948 in Sachsen. Die damalige Landesregierung verordnete, dass alle Treuhandbetriebe des Landes als Volkseigene Betriebe (VEB) an die „VVB – Land Sachsen – Bau“ angeschlossen werden sollen. So entstand der „VEB Hoch-, Ingenieur- und Tiefbau Bautzen“. Unsere Aufgaben umfassten damals, zum Beispiel, die Kriegsschadenbeseitigung des Kraftwerks Plessa und des Lauta-Werks, sowie den Bau von Bauernhöfen und sogenannten „freien Läden“. Dabei hatten wir auf jeder Baustelle eine eigene Werkküche und Mischanlage. Schon damals setzten wir eine zimmermannsmäßige Schalung ein und der Frischbeton wurde durch Klopfen an der Schalungswand und Stochern verdichtet.

Mit der VEB Bau-Union Bautzen ging es weiter

Am 01.01.1951 wurde das Ministerium für Schwerindustrie gegründet. Diesem wurde unser Bauunternehmen unterstellt. Unsere Firma erhielt den neuen Namen „VEB Bau-Union Bautzen“ und juristische Selbstständigkeit. Bis zum 31.12.1953 wuchs unser Team auf 2.560 Produktionsmitarbeiter und unsere Jahresleistung betrug über 27 Millionen Mark. Wir bauten über 1.400 Wohnungen, 3 Braunkohlekraftwerke, 5 Braunkohlegruben, 7 Autobahnbrücken und 3 Eisenbahnviadukte.

Weiter ausbauen unter neuem Namen: VEB Bau (K) Bautzen

1954 wurde die Verwaltung der „VEB Bau-Union Bautzen“ aus einer zentralen, hin zu einer regionalen Verwaltung überführt. Vom 01.01.1954 bis zum 31.12.1963 hießen wir „VEB Bau (K) Bautzen“. Unsere jährlichen Bauleistungen reichten von 8 bis 14 Millionen Mark; jährliche Erträge betrugen dabei über 1 Million Mark. In dieser Zeit kauften wir schwere Erdbaumaschinen, Krane und Derrickausleger für Montagen. Zudem planten und errichteten wir ein eigenes Mörtel- und Betonwerk für die Großblockherstellung. Diese ermöglichten uns, den großen Wohnungsbedarf in Sachsen schnell zu decken: Auf der Großbaustelle Bautzen-Ost errichteten wir über 800 Wohnungen.

Ab jetzt wird es International mit VEB Bau- und Montagekombinat Kohle- und Energie

Am 14.06.1964 beschloss der Ministerrat den Zusammenschluss von der „VEB BAU (K) Bautzen“ und der „Oberbauleitung Hagenwerder des VEB Bau- und Montagekombinates Kohle und Energie“. Daraus ging das „VEB Bau- und Montagekombinat Kohle- und Energie, Kombinatsbetrieb Industriebau Bautzen“ hervor. Dies bestand vom 01.01.1964 bis 24.06.1990 in der, noch heutigen, Firmenzentrale in Sachsen, die durch einen Umbau einer Untersuchungshaftanstalt entstand.

Nun wurde der Industriebau, vor allem in Ostsachsen, zum Kerngeschäft. Wir bauten das Kohlekraftwerk Hagenwerder III. Dies war unser bislang größtes Bauvorhaben. Darüber hinaus bauten wir das Asbestzementwerk in Porschendorf, in Gnaschwitz das Sprengstoffwerk und ein Wasserwerk in Sdier. Zudem kamen in den 70er Jahren Bauvorhaben im Ausland dazu: Wir arbeiteten an der Erdgasleitung vom Ural nach Mitteleuropa (Orenburg-Ushgorod) und am Erzaufbereitungswerk Kriwoi Rog (Ukraine) mit. Von 1980 bis 1984 bauten wir eine Baukeramikanlage und eine Brauerei in Sao Tomé (westafrikanische Inselrepublik). Ab Ende 1983 kamen noch Rohbauarbeiten im allgemeinen Hochbau und Wohnungsbau in den alten Bundesländern hinzu.

OBAG mbH wird eigenständig

Seit dem 25.06.1990 ist die OBAG eine eigenständige GmbH. Jedoch war der Weg von der Plan- in die Marktwirtschaft nicht einfach, denn wir standen vor großen Herausforderungen und Entwicklungen: Umschulungen und Weiterbildungen waren notwendig und, zu unserem Bedauern, mussten wir uns auf 300 Mitarbeiter reduzieren.

Am 28.08.1992 wurden die Gesellschafteranteile der OBAG mbH durch die Treuhandanstalt an die Société Générale d’Entreprises (SGE, ein französischer Baukonzern) verkauft. Die SGE unterstützte unser Bauunternehmen aus Sachsen auch in schwierigen Zeiten, sodass Investitionen in moderne Maschinen und Geräte möglich wurden.

Neue Entwicklungen, neue Aufgabenfelder

Die wirtschaftlichen Entwicklungen machten es erforderlich, dass wir auch unsere Aufgabenfelder ausbauen, zum Beispiel den Schlüsselfertigbau. Diesen wirtschaftlichen Entwicklungen passte sich die OBAG Hochbau GmbH an und realisierte seit 1992 bis zu 40% seiner Leistungen im Schlüsselfertigbau. Neben dem Rohbau wurde dieser somit unser Kerngeschäft. Unsere Haupttätigkeiten erstrecken sich dabei weiterhin in Ostsachen, einschließlich Dresdens. Der Schlüsselfertigbau erfordert ein besonders geschultes und erfahrenes Personal. Dieses wurde zeitweise in einer eigenen Oberbauleitung zusammengefasst.

Unsere Referenzen erstrecken sich dabei im Neubau, in der Sanierung, im Wohnungs- und Wirtschaftsbau, im öffentlichen Hochbau und in Bauprojekten rund um das Gesundheitswesen (zum Beispiel die Erweiterung und der Umbau von Krankenhäusern).

Nach 1990 deckten wir auch spezielle Baunischen ab: Zwischen 1991 und 1997 fertigten wir 32 Tankstellen im Schlüsselfertigbau; überwiegend für Agip. Wir bauten Umspannwerke, sowie Abwasser- und Wasserversorgungsanlagen. OBAG Hochbau GmbH ist als Fachbetrieb nach § 191 des Wasserhaushaltsgesetzes zugelassen.

Seit August 1997 haben wir ein Zertifikat über die Einführung und Anwendung des Qualitätsmanagementsystems (Grundlage dafür ist DIN EN ISO 9001).

Die OBAG mbH liegt in der Unfallstatistik unter dem bundesweiten Durschnitt. Dafür zeichnete uns das BG Bayern und Sachsen mit der Medaille „Sicherheit am Bau“ aus.

Im Dezember 1997 erhielten wir von der IHK Dresden eine Auszeichnung als anerkannter Ausbildungsbetrieb. Von 1950 bis 1990 bildeten wir 4.611 Lehrlinge aus, unter anderem sind davon 4.427 Facharbeiter in verschiedenen Bauberufen und 184 Wirtschaftskaufleute und Facharbeiter für Schreibtechnik. 447 Lehrlinge bildeten wir von 1990 bis 1998 aus.

OBAG Ostsächsische Baugesellschaft mbH – Die Muttergesellschaft

Die OBAG Hochbau GmbH selbst ist seit 2007 aus der „OBAG Ostsächsische Baugesellschaft mbH“ ausgegliedert. Als Muttergesellschaft realisiert sie als Dienstleister für alle Gesellschaften die Buchhaltung, die Maschinen- und Geräteverwaltung, den Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutz, die Organisation der Lehraus- und Weiterbildung, sowie das Qualitätsmanagement.

Die Gesellschaften sind:

  • Die OBAG Hochbau GmbH: Unser Kerngeschäft ist der Schlüsselfertigbau. Wir bieten diesen als reinen Schlüsselfertigbau oder als Generalunter- und Generalübernehmer an;
  • MRT GmbH: Diese wurde 2003 gegründet und bietet Stahlbetonfertigteilmontage bundesweit und in Nachbarländern an.

Die S. C. SIBA INTERNATIONAL S.R.L. SURA MICA mit Sitz in Rumänien war von 2002 bis 2015 ein Mitglied der OBAG-Gruppe und war spezialisiert auf die Beton- und Betonwarenproduktionen.

Hier zeigt sich, dass durch diese Breite an Fachkompetenz gemeinsam große und komplexe Projekte realisierbar sind.